Die Traumpersönlichkeit

 
 

 

Eines Nachts erwachte ich im Bett, weil die Katze an der Terrassentüre scharte und hereinwollte. Ich bemerkte, dass die Salzlampe noch an und das Zimmer etwas hell war.
Und dann geschah es:

Aus mir – das heißt aus meinem liegenden Körper heraus erhob sich eine Gestalt, richtete sich auf, lief durch das Zimmer und verschwand durch die geschlossene Terassentür, an der die Katze scharrte. Ich riss die Augen auf, starrte der Gestalt nach, die in gräulichen Umrissen für mich mit offenen Augen sichtbar, aber auch durchsichtig war. Ich war perplex! War es jetzt um mich geschehen? Bin ich etwa besessen? Was soll das? "Halt!" rief ich zuerst in Gedanken und dann laut: "Hier geblieben!" Doch die Gestalt verschwand.

Die verschiedensten Gedanken kreisten wild durch meinen Kopf. Die Gestalt hatte sich aus meinem Körper heraus erhoben, sich aufgestellt und war verschwunden. Was hat das zu bedeuten? Was wollte sie bei oder gar in mir!

Da die Katze keine Ruhe gab, stand ich auf und öffnete ihr die Tür. Ich legte mich sofort wieder hin mit der entschiedenen Absicht dieser Gestalt (geistig) zu folgen. Da ich gerade aus einem Traum aufgewacht war, war das kein schwieriges Unterfangen:

Ziemlich schnell war ich bei ihr und schaute sie an: Ich sah, dass sie mir ähnlich war. Ich spürte, dass sie die Gestalt bzw. Persönlichkeit war, von der ich gerade geträumt hatte. Ich stand vor ihr und erinnerte mich an den Traum. In diesem Traum lebte ich einer Umgebung mit einem Dorf, in dem ich vor ca. 30 Jahren in einer Art Land-WG gewohnt hatte. Diese Gestalt lebt noch immer dort mit diesen Menschen von damals und je mehr ich mich an den Traum erinnerte, desto mehr verstand ich von dieser Gestalt und ich begann ihr von meinen Erinnerungen, das heißt von meinem Traum zu erzählen. Ich verstand, dass das, was ich träumte, ihr Leben und ihre Lebenserfahrung war. Als ich ihr davon erzählte, schaute sie ziemlich verdutzt. Sie verstand nicht, dass da ein Fremder plötzlich auftauchte, der die letzten Begebenheiten ihres Lebens einfach so kannte und erzählen konnte.

Während ich erzählte, erinnerte ich mich daran, dass ich schon öfter von diesem Mann geträumt hatte und erwähnte dann die Entwicklungen und Begebenheiten in seinem Leben, die schon weiter zurück lagen. Es war unverständlich für ihn, dass ich all diese Dinge wusste und als er mir das zu verstehen gab, wohl eher telepathisch, sagte ich in einem spontanen Einfall: „Warum verwundert dich das? Du weißt doch auch alles über mich! Du träumst doch auch von mir!“ Ich weiß nicht, warum ich das sagte. Es war nicht überlegt. Aber mir war klar, dass in dem Traum, in dem ich von ihm träumte, er auch von mir träumte. Mein Leben war für ihn Traum. Und umgekehrt. Er bejahte dies und ich spürte, er wusste dies und jenes aus meinem Leben - verschiedenste Begebenheiten.

Und so standen wir da, einander gegenüber in einer einfachen Naturlandschaft und waren beide verblüfft und erstaunt und tauschten noch so manche Erinnerung aus. Bis ich mich plötzlich an eine Begebenheit erinnerte, die er jedoch nicht kannte. "Nein, das wäre nicht so gewesen.“ Ich staunte, denn es war meine klare Erinnerung. Das hatte ich geträumt – sogar öfters. In dieser Traumwelt gab es nicht weit von Heidelberg hohe Berge und ich träumte mich dort lebend in einem einsamen Hochgebirgstal. Das verneinte jedoch mein Gegenüber. Das kenne er nicht. Ich war etwas stutzig, denn ich war mir ganz sicher, mich daran zu erinnern.

Nach einem kurzen Moment passierte etwas, womit ich gar nicht gerechnet hatte:
Plötzlich erschien eine dritte Gestalt. Wieder eine Gestalt, die mir irgendwie ähnlich war und ich verstand sofort: das war die Gestalt, an deren Leben ich mich gerade erinnerte. Die Gestalt, die einsam und zurückgezogen eine Art Eremitendasein in diesem bergigen Hochtal lebt - in wunderbarer Natur in der Nähe eines großen Flusses, stand nun auch bei uns beiden.

Trotzdem verstand ich nicht wirkllich, was hier geschah, wer die sind. Die neue Gestalt war noch verdutzter als die Erste, da sie ein sehr einsames Leben zu leben gewohnt war.
Ich sprach sie an: Du bist also der, der in diesem Hochtal mit dem Fluss einsam lebt. Auch hier kamen mir weitere Erinnerungen, die ich mitteilte. Nicht in Worten, denn die Kommunikation lief hier auch telepathisch, also im Austausch von Gedanken und Gedankenbildern.

Diese zweite Person war ziemlich konstatiert, verwirrt, „was wir wollten“, „wer wir waren“, während die erste Gestalt, die sich aus meinem Körper gehoben hatte, glaube ich, inzwischen verstand, dass wir auf bestimmte Weise zueinander gehören und gegenseitig das Leben des jeweilig anderen im Traum erfahren.

Die zweite Gestalt jedoch war verstört und verschlossen. Es schien mir auch keinen Sinn zu machen, zu versuchen, sie aufzuklären. Sie machte nicht den Eindruck, als ob sie für solche interdimensionalen psychischen Zusammenhänge ein Verständnis haben könnte. Eine ganze Weile standen wir da, schauten uns an und wussten nicht so recht, was sagen oder tun sollten. Auch ich war etwas hilflos mit diesen Beiden. Nach einer Weile schloss sie in die Arme. Wir umarmten uns zu dritt und es entstand ein warmes, herzliches, nahes Gefühl, das jedoch auch Anklänge von Eigenartigkeit hatte. Alle drei - auch ich - waren durchaus bewegt, aber auch etwas irritiert. Und nachdem wir eine ganze Weile so da gestanden hatten, verabschiedete ich mich von ihnen, wünschte ihnen alles Gute und zog mich zurück in mein Zimmer, in mein Bett. Und damit in mein Leben. (Wissen wir wirklich, was „mein Leben“ ist?)

Mir war im Nachhinein klar, dass ich die Gestalt überhaupt nur deswegen gesehen habe, weil die Salzlampe in meinem Zimmer brannte und es dadurch hell war im Zimmer. Diese Gestalt, die zartgrau durchscheinend war, wäre mir im Dunkeln sicher nicht aufgefallen. Ich war tatsächlich beruhigt und gleichzeitig sehr berührt von diesem Phänomen. Es war also nichts Fremdes, was da bei mir gewesen war - keine Besetzung oder ähnliches, was ich zuerst in Betracht gezogen hatte. Sondern es war ein mir vertrauter Aspekt. Ich staunte über deren in gewisser Weise physisch sichtbaren und reellen Gestalt. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Traumselbst eine Form hat, die für mich mit offenen Augen sichtbar ist und die als Gestalt oder als Person bzw. Geist zu mir kommt im Traum, sich mit mir verbindet, so dass ich deren Leben als Traum erlebe und sie mein Leben als ihr Traum erlebt.

Eine durchaus aufregende und höchst interessante Wahrnehmung und ein spannendes nächtliches Erlebnis!

Und Fragen bleiben:
Verlasse ich im Traum meinen Körper oder kommt eine „Traumpersönlichkeit“ zu mir?
Oder geschieht beides gleichzeitig ?
Oder ist es gar das Gleiche?

 

 

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Stefan Geiger
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